Coaching Workshops

GLS offers a free 90 minute coaching workshop to all students complementing their German course in Berlin with an internship. Jochen is one of the coaches.

F: Was ist dein beruflicher Hintergrund?

A: Ich unterrichte bereits seit vielen Jahren Deutsch. Ich habe Italienisch und Skandinavistik studiert, und dann zusätzlich einen MA in Intercultural Education.

F: Wann finden die Trainings-Workshops bei GLS statt?

A: Am Nachmittag nach dem Unterricht und für gewöhnlich kurz bevor die Studenten ihr Bewerbungsgespräch oder ihren ersten Tag im Praktikumsbetrieb haben. Manchmal nimmt nur ein Student an dem Workshop teil, manchmal zwei oder drei; meist sind sie aus unterschiedlichen Ländern und sind unterschiedlicher Herkunft. Das macht das Ganze dann besser als eine Eins zu Eins-Sitzung.
Warum das?

Weil Stundenten sich miteinander unterhalten. Sie hören, was andere Praktikanten über ihren eigenen beruflichen Hintergrund zu sagen haben und ihnen wird bewusst, dass sie eine Menge Fragen stellen müssen, um ein vollständiges Bild zu erhalten – so auch der Arbeitgeber, der mit der Herkunft des Praktikanten nicht vertraut ist. Sie erkennen, dass ein Praktikum eine Herausforderung für beide Seiten ist – sowohl für den Praktikanten als auch für den Arbeitgeber.

Wer besucht die Trainings-Workshops?

Die Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Berufen. Das Alter variiert auch – manche zukünftige Praktikanten haben gerade erst die Schule abgeschlossen, jedoch erinnere ich mich auch an Teilnehmer, die 30 und älter waren und das Praktikum nutzten, um sich beruflich neu zu orientieren.

Wie sieht der Workshop aus?

Im Grunde handelt es sich um eine sehr pragmatische Angelegenheit. Es gibt aber auch theoretische Richtlinien – wie zum Beispiel den Studenten zu erklären, dass es ein unerlässliches Zeichen des Respekts gegenüber dem Praktikumsunternehmen ist, über dieses im Internet Recherchen anzustellen und Informationen einzuholen. Die Hauptsache jedoch ist die praktische Anwendbarkeit. Ich schreibe Fragen an die Tafel, die ein deutscher Arbeitgeber oder ein deutscher Kollege mit Sicherheit stellen wird:

1. Was haben Sie bis heute beruflich gemacht?
2. Was wissen Sie über uns? Was macht uns für Sie interessant?
3. Was können Sie uns bezüglich Ihrer Fähigkeiten anbieten?
4. Was möchten Sie später im Leben machen?

Selbstverständlich schreibe ich all diese Fragen auf Deutsch auf und veranlasse jede/-n ihre/seine Antworten auch auf Deutsch zu schreiben. Ich erwarte von den Studenten nicht, dass sie ihre Antworten auswendig lernen, jedoch lasse ich sie sie oft wiederholen. Ich wünsche mir, dass sie nach Ende des Workshops in der Lage sind mehr oder minder fließend auf Deutsch zu antworten.

Sind interkulturelle Themen Teil des Workshops?

Ja, sind sie, jedoch wieder sehr praktisch bedingt. Manchmal erzählen mir Studenten von ihrem Heimatland und fragen, ob die Bräuche dieselben in Deutschland seien. In Frankreich scheint es zum Beispiel in Ordnung zu sein, dass der Arbeitgeber den Bewerber fragt, ob er negative Eigenschaften oder Laster hat. In Deutschland sollte ein Arbeitgeber so etwas nicht tun. Also kann ich meine Studenten beruhigen. Die häufigste Frage allerdings betrifft das Erscheinungsbild: Wie sollte ich mich kleiden?

Und was antwortest du?

Dass Berlin ziemlich lässig ist und es keinen Grund gibt, sich schick zu machen. Kommt wie ihr seid.

Jochen ist einer der Deutschlehrer bei GLS: mehr zu ihnen im Lehrererprofil